Jeder Betrieb misst. Klicks, Anfragen, Umsatz je Kanal. Die Dashboards sind voll. Und jede Woche liest jemand etwas anderes heraus.
Die Zahl ist selten das Problem. Das Problem ist, dass niemand vorher festgelegt hat, was sie bedeuten soll. Dann wird gedeutet, wie es passt: Der Kanal läuft, weil die Klicks steigen. Die Kampagne wirkt, weil der Umsatz stieg, im selben Monat, in dem die Preise stiegen. Zahlen antworten auf jede Frage. Auch auf die falsche.
Messen beginnt vor dem Messen. Erst die Entscheidung, was gelten soll: Welches Angebot soll wachsen? Was ist ein guter Kunde? Ab wann ist ein Kanal Beschäftigung? Danach die Zahl. Sie bestätigt oder widerlegt. Sie erklärt nicht.
Und eine Regel, die im Alltag verloren geht: Wo die Messung kaputt ist, gibt es kein Urteil. Ein Konto, dessen Tracking doppelt zählt, liefert keine Zahl, die etwas bedeutet. Wer trotzdem entscheidet, entscheidet auf Sand.
Eine Zahl ohne vorherige Entscheidung ist eine Meinung mit Nachkommastellen.
Richtig messen heißt: erst festlegen, woran. Dann zählen.