Im Herbst wird das Marketingbudget verhandelt.
Mehr als im Vorjahr, weniger als gewünscht.
Gestritten wird über die Summe.
Läuft das Jahr schlecht, war es zu wenig.
Läuft es gut, war es richtig.
Nachgerechnet hat beides keiner.
Verteilt wird wie im Vorjahr, mit ein paar Prozent mehr.
Jeder Kanal bekommt etwas.
Keiner bekommt genug, um etwas zu beweisen.
Ein Budget ist eine Entscheidung über Risiko.
Wer Geld anlegt, weiß das.
Ein Teil liegt sicher und bringt wenig. Ein Teil arbeitet mit überschaubarem Risiko. Ein kleiner Teil darf ausfallen, weil er viel bringen kann.
Beim Marketing geht derselbe Inhaber mit demselben Geld anders um.
Dort heißt Staffeln: Der größte Teil trägt, was nachweislich Aufträge bringt. Ein Teil prüft, was als Nächstes tragen könnte, mit einer Frist und einer Zahl, an der es gemessen wird. Ein kleiner Teil ist ein Versuch, und sein Ende steht vorher fest.
Wer nicht festlegt, welcher Teil scheitern darf, lässt alles ein bisschen scheitern.
Dann wird im nächsten Herbst wieder über die Summe gestritten.
Ein Budget ohne Logik wächst jedes Jahr.
Der Ertrag wächst nicht mit.